Wer von Mkalvania aus nach Mendacium reist, erreicht eine kleine, freie Grafschaft auf einer vom Meer umgebenen Insel.
Mendacium ist kein Land großer Städte und prunkvoller Metropolen. Sein besonderer Reiz liegt vielmehr in seinem dörflichen Charakter, seiner Bodenständigkeit – und in den Geheimnissen, die sich abseits der vertrauten Wege verbergen.
Die freie Grafschaft Mendacium
Zwischen Küste, Wald und sumpfigem Land liegt Mendacium, eine kleine freie Grafschaft mit einem ausgesprochen ländlichen Charakter. Über dem Land erhebt sich die Burg, von der aus Graf Wolfram I. von Mendacium über Land und Leute wacht.
Der Graf gilt als streng, aber gerecht. An seiner Seite findet man häufig seinen jungen Enkel Georg von Landshut – einen jungen Mann, der reichlich Unsinn im Kopf hat, von großen Schlachten träumt und dabei auf sein prächtiges Schlachtross Apollo zählen kann.
Ein Dorf, in dem man sich kennt
Das Herz Mendaciums ist sein Dorf. Zwischen einfachen Häusern, kleinen Wegen und dem Marktplatz spielt sich ein großer Teil des täglichen Lebens ab. Handel und Handwerk, Neuigkeiten und Gerüchte, Einheimische und Reisende kommen hier zusammen.
Die kleine Kirche über dem Marktplatz gehört ebenfalls zum Ortsbild – auch wenn sie zum Leidwesen des Grafen nicht gerade zu den am stärksten besuchten Plätzen Mendaciums zählt.
Gerade diese Überschaubarkeit macht einen Teil des Charmes der Grafschaft aus. Mendacium will keine große Stadt sein. Es ist ein Ort, an dem das Leben noch einen ausgesprochen dörflichen Rhythmus besitzt.
Auszeit in der Taverne
Natürlich besitzt Mendacium auch eine kleine, gemütliche Taverne. Hier werden nicht nur die Bewohner des Dorfes, sondern ebenso Gäste aus anderen Ländern mit Speis und Trank bewirtet.
Auch Graf Wolfram lässt sich hier gelegentlich blicken und heißt Besucher willkommen. Wer zur richtigen Zeit kommt, kann zudem das Glück haben, einen Auftritt des bekannten Gauklers Til zu erleben.
Für Reisende aus Mkalvania ist die Taverne deshalb ein guter Ort, um anzukommen, Menschen kennenzulernen und vielleicht schon die ersten Geschichten über jene Dinge zu hören, über die man in Mendacium nicht allzu laut spricht.
Gehütete Geheimnisse
Hinter der friedlichen und bäuerlichen Fassade Mendaciums verbirgt sich jedoch noch eine andere Seite des Landes. Wälder, Felsen und verborgene Grotten laden dazu ein, die ausgetretenen Wege zu verlassen und selbst auf Entdeckungsreise zu gehen.
Tief im Wald lebt die Waldhüterin Jungfer Blue gemeinsam mit ihrer Großmutter aus dem Clan der McLeods. Was die beiden dort tatsächlich hüten und womit sie sich außer Wald und Jagd beschäftigen, darüber erzählt man sich so manches.
Auch von verborgenen Orten und ungewöhnlichen Artefakten ist die Rede. Wer Mendacium lediglich auf seinen Hauptwegen durchquert, wird davon allerdings kaum etwas bemerken.
Der Bader von Mendacium
Zu den eigentümlicheren Einrichtungen des Dorfes gehört das Heilerhaus. Dort versieht ein etwas zwielichtiger Bader seinen Dienst und stellt Pillen, Tränke und Salben her.
Ob diese stets genau jene Wirkung entfalten, die sich der Hilfesuchende erhofft, ist eine andere Frage. Schließlich geschieht all dies, wie man in Mendacium wohl mit einem gewissen Augenzwinkern sagen würde, zum oft zweifelhaften Wohle der Einwohner.
Ein Besuch lohnt sich
Mkalvania und Mendacium verbindet eine freundschaftliche Nachbarschaft. Reisende sind willkommen – besonders jene, die sich Zeit nehmen, mit den Menschen sprechen und auch einmal einen unscheinbaren Pfad einschlagen.
Wer große Monumente und geschäftige Metropolen sucht, mag andernorts fündig werden. Wer jedoch dörfliches Leben, Gastfreundschaft, Wald und Küste ebenso schätzt wie ein gutes Geheimnis, sollte Mendacium unbedingt einen Besuch abstatten.
Denn wer Mendacium wirklich kennenlernen möchte, sollte nicht nur schauen. Er sollte suchen.