Wo Schiffe aus fernen Ländern anlegen, eine kleine Dampfeisenbahn ihren Weg durch die Insel nimmt und ein ungewöhnliches Schiff sogar die Grenzen der Welten überwinden kann, liegt der Hafen von Mkalvania. Er ist Ankunftsort, Handelsplatz und Ausgangspunkt für Reisen – und für viele der erste Einblick in ein Land, das weit mehr zu bieten hat, als seine mächtigen Mauern zunächst vermuten lassen.
Der Hafen schmiegt sich an die felsige Küste unterhalb der ausgedehnten Schloss- und Festungsanlagen. Steinerne Kaimauern begrenzen das Wasser, dahinter erstrecken sich gepflasterte Wege und Plätze zwischen Fachwerkhäusern, überdachten Durchgängen und wehrhaften Mauern. Rote Banner mit dem Hoheitszeichen Mkalvanias setzen markante Farbakzente. Fässer, Kisten, Anker und anderes Hafengerät erinnern daran, dass hier nicht nur Reisende ankommen, sondern auch Waren ihren Weg in das Land finden.
Über der Hafenanlage erheben sich bewaldete Höhen und die mächtigen Bauwerke des Schlosses. Das Nebeneinander von Hafen, Befestigung und Landschaft verleiht diesem Teil der Insel einen eigenen Charakter. Zwischen steinernen Torbögen und hölzernen Anlegestellen scheint der Hafen gleichermaßen dem Meer und dem Land zugewandt zu sein.
Seine heutige Gestalt ist allerdings jünger, als die lange Geschichte des Ortes vermuten lässt. Im Dezember 2022 vernichtete ein verheerender Brand große Teile des historisch gewachsenen Hafens. Der Wiederaufbau gelang noch im selben Jahr, sodass die neue Anlage pünktlich zum Jahreswechsel 2022/2023 eröffnet werden konnte. Seither prägen die erneuerten Hafenbauten das Bild dieses alten Zugangs zum Inselreich.
Ein Schiff für mehr als eine Welt
Unter den Schiffen des Hafens nimmt die Hoppetosse eine besondere Stellung ein. Der große hölzerne Segler mit seinen hohen Masten und der weit verzweigten Takelage liegt unmittelbar am Kai. Schon seine Erscheinung zieht die Aufmerksamkeit auf sich, doch seine eigentliche Besonderheit erschließt sich erst, wenn man seinen Zweck kennt.
Die Hoppetosse ist ein Ätherwindschiff.
Während gewöhnliche Schiffe Meere überqueren und Küsten miteinander verbinden, vermag die Hoppetosse zwischen unterschiedlichen Welten zu reisen. Ihr Kapitän, Fabian Sturmhain, führt das Schiff, unterstützt von seinem Schiffsjungen Miko Sturmfinn. Welche Wege ein solches Schiff nehmen kann und welche Rolle der geheimnisvolle Äthernebel dabei spielt, gehört zu den besonderen Geheimnissen der Äthernebelweber.
So eröffnet sich am Kai von Mkalvania eine ungewöhnliche Perspektive: Nicht jede Reise, die hier beginnt, muss auf einer gewöhnlichen Landkarte verzeichnet sein.
Doch nicht allein die Hoppetosse verdient Aufmerksamkeit. Auch andere Segelschiffe gehören zum Bild des Hafens. Ihre Masten und Rümpfe fügen sich zwischen die steinernen Anlagen und die felsige Küste und erinnern an die weitreichenden Verbindungen Mkalvanias.
Von Reisenden, Auskünften und einer weisen Eule
Wer sich am Hafen orientieren möchte, findet nicht nur Wegweiser und Hinweistafeln, sondern auch einige bemerkenswerte Ansprechpartner.
Da ist zunächst Halvar, ein Seemann, der an ein Fass gelehnt die Reisenden begrüßt. Er gehört zu jenen Gestalten, die einem Ort ein unverwechselbares Gesicht geben, ohne dass es dazu großer Zeremonien bedarf.
Eine wichtige Anlaufstelle ist das Harbour Office, das zugleich als Informationszentrum für Besucher dient. Hier finden sich der Veranstaltungskalender Mkalvanias und zahlreiche weitere Hinweise auf Ereignisse, Einrichtungen und Reiseziele.
Besonders sehenswert ist der Raum der Äthernebelweber. Zwischen hohen, gotisch anmutenden Bögen, Bücherregalen und sorgfältig angeordneten Informationstafeln eröffnen sich Verbindungen zu anderen Ländern. Wer mehr erfahren oder seine Reise fortsetzen möchte, findet hier Informationen und Portalmöglichkeiten.
Auch an kundiger Gesellschaft fehlt es nicht. Scribeon, eine auskunftsfreudige Schlange, beantwortet bereitwillig die Fragen der Besucher. Am Informationsstand der Äthernebelweber wacht Bubo, die weise Eule der Athene, über das Geschehen. Auch sie steht all jenen Rede und Antwort, die mehr über die Länder und ihre Verbindungen erfahren möchten.
Die Nähe von Hafenamt, Veranstaltungshinweisen und Reisemöglichkeiten ist bezeichnend für Mkalvania. Der Hafen dient nicht allein der Ankunft. Er lädt dazu ein, sich umzusehen, Bekanntes wiederzufinden und Unbekanntes zu entdecken.
Mit Brunhilde durch Mkalvania
Nicht alle Wege führen über das Wasser oder durch den Äthernebel. Gleich am Hafen beginnt eine weitere Möglichkeit, das Land kennenzulernen: die Eisenbahn.
Mit ihrer roten Lokomotive und den überdachten Personenwagen bildet sie einen reizvollen Gegensatz zu den steinernen Mauern und den großen Segelschiffen. Die Dampflokomotive trägt den Namen Brunhilde und ist gegenwärtig die einzige Maschine im regulären Zugbetrieb Mkalvanias.
Ihre Strecke führt vom Hafen zunächst zur Taverne, dann hinauf zum Nordbahnhof bei der alten Festung Imrad Sul. Von dort geht es weiter zum Dorf Schattenblut am Wolfsbach und schließlich zum Südbahnhof, wo eine Fährverbindung nach Mendacium besteht.
Auf dieser Fahrt verbindet die Bahn einige sehr unterschiedliche Teile des Landes miteinander: den Hafen an der Küste, die Taverne, die nördliche Festungslandschaft und das Dorf. Sie ist damit weit mehr als ein Verkehrsmittel. Ihre Strecke bietet einen Weg, die geografische Vielfalt Mkalvanias kennenzulernen.
Zur Weihnachtszeit zeigt sich Brunhilde übrigens von einer anderen Seite. Dann wird sie besonders festlich geschmückt und verkehrt als Weihnachtszug durch das Land – eine kleine, liebenswerte Besonderheit des mkalvanischen Eisenbahnwesens.
Wege in die Nachbarschaft und zu den Künsten
Wer den Hafen lieber auf anderem Wege verlässt, hat ebenfalls mehrere Möglichkeiten.
Vom südlichen Bereich führt eine Straße westwärts in das Landesinnere. Nach Norden gelangt man durch einen befestigten Turm zum Schlossplatz. Bewaffnete Wachen an der Toranlage erinnern daran, dass der Hafen Teil des geschützten Zugangs zum Herrschaftsgebiet ist.
Am kleinen südlichen Bootsanleger hält außerdem das Fährschiff nach Mendacium. Damit ist neben der Verbindung über den Südbahnhof auch unmittelbar vom Hafen aus eine Reise in das benachbarte Land möglich.
Eine weitere Besonderheit liegt etwas abseits der gewöhnlichen Verkehrswege. Durch eine Tür am Hafen erreicht man besondere Veranstaltungsräume, darunter das Palais Lumière, das Lichtspielhaus Mkalvanias. Hier führt ein Weg vom geschäftigen Hafenbereich zu einem Ort der Bilder und Geschichten.
Auch der Handel hat selbstverständlich seinen Platz. Die Hafengeschäfte unterstehen der Staatskanzlei Mkalvanias und werden unter der Verantwortung des High Steward Sinthoras Zabelin geführt. Für den unmittelbaren Handel ist Gromek Ragu zuständig, der seinen Wohnsitz im Dorf hat. Einen eigenen Hafenmeister gibt es gegenwärtig nicht.
Ein Ort zwischen Ankunft und Aufbruch
Vielleicht liegt die eigentliche Besonderheit des Hafens gerade in seinen vielen unterschiedlichen Verbindungen.
Hier treffen die vertrauten Einrichtungen eines Seehafens auf die ungewöhnlichen Möglichkeiten Mkalvanias. Neben Segelschiffen und Hafenmauern stehen eine historische Eisenbahn, Wege zum Schloss, Fähren in benachbarte Länder und Portale, die noch weiter führen. Reisende finden Auskunft, Händler einen Zugang zum Land und Entdeckungslustige neue Ziele.
Der Wiederaufbau nach dem großen Brand hat dem Hafen ein neues Gesicht gegeben, nicht aber seine grundlegende Bedeutung genommen. Er bleibt ein Ort des Übergangs – zwischen Meer und Land, zwischen Nachbarschaft und Ferne, zwischen den vertrauten Wegen der Welt und jenen, die weit darüber hinausreichen.
Und während hinter den Hafenmauern das Schloss von Mkalvania aufragt, liegt am Kai die Hoppetosse. Eine Erinnerung daran, dass selbst am Ende eines langen Reiseweges noch eine weitere Reise beginnen kann.