Wer Lord Mkal Jun begegnet, spürt zuerst die Ruhe, die ihn umgibt.
Es ist die Ruhe eines Wesens, das Jahrtausende kommen und vergehen sah. Hinter dem Titel Lord Mkal steht der Herrscher Mkalvanias – ein geborener Vampir, dessen Macht sich nicht in Lautstärke zeigt, sondern in Haltung, Wissen und der entschlossenen Bereitschaft, sein Reich zu bewahren.
Sein Gesicht wirkt jung, doch in seinen roten Augen liegt die Ferne unzähliger Zeitalter. Mkal wurde im alten Ägypten geboren, lange bevor Narmer Ober- und Unterägypten vereinigte, und lebt seit etwa viereinhalb Jahrtausenden. Er trägt diese Zeit nicht wie eine Last zur Schau. Sie zeigt sich eher in seinem langen Schweigen, in der sicheren Bewegung eines geübten Diplomaten und in einem Blick, der mehr zu erinnern scheint, als andere je erfahren können.
Trotz seiner Natur begegnet er Menschen mit Wärme und Fremden mit Gastfreundschaft. Er ist gelehrt, neugierig und wissenschaftlich interessiert; selbst nach all den Jahrhunderten hat er sich die Fähigkeit zum Staunen bewahrt. Sein Humor ist oft trocken, seine Zurückhaltung manchmal schwer zu durchdringen. Wer jedoch das Vertrauen eines solchen Wesens gewinnt, findet in ihm einen loyalen Freund und einen wachsamen Beschützer. Verrat, Bosheit und mutwillige Gewalt lassen die beherrschte Oberfläche allerdings rasch gefährlich kalt werden.
In Mkal treffen zwei sehr unterschiedliche Herkünfte aufeinander: Seine Mutter war eine Schattendämonin. Dennoch entschied er sich unter den Menschen zu leben. Vielleicht liegt gerade darin sein Gespür für Wesen, die zwischen den Welten stehen. Reiner Carlberg ist sein Gefährte, Sinthoras Zabelin sein adoptierter Bruder. Aristoteles blieb ihm über die Jahrhunderte ein Freund und geistiger Wegbegleiter, während Adri Galtier in Mkal zugleich Lehrmeister, Vaterfigur und Schutzpatron erkennt. Mkalvania selbst ist für ihn mehr als ein Herrschaftsgebiet: Es ist der Ort, an dem Verschiedene nebeneinander bestehen dürfen.