Von: Lord Mkal Jun

Lord Mkal trägt bei einem abendlichen Empfang Kaiser Friedrichs II. auf einem Reichstag seine Verse vor
Lord Mkal spricht über Treue, Herrschaft und die Macht der Zeit.

Sît ich die werlt an vilen enden sach,
vil künige, vil herzen, vil rîche hant,
sô lêrte mich diu zît mit stillem gemach,
daz nieman hêrre ist von sînem lant.

Eine Krone, ein zeremonielles Schwert und eine Sanduhr symbolisieren die Vergänglichkeit der Macht; Lord Mkal und Kaiser Friedrich II. sprechen im Hintergrund miteinander
Was die Zeit nimmt, kann die Treue bewahren.

Swaz man besitzet, daz ist gelîhen,
als bluomen, diu der morgen brichet;
diu krône mag dem houbte ziehen,
ob niht diu triuwe dar under lîchet.

Ich sach gewalt mit hôhem muote stân,
doch âne mâze wart er zergân.
Waz hilfet swert, waz hilfet kranz,
sît rehte schulde weichet ganz?

Ein hêrre sol des landes pflegen,
als hirte sîner schâfe tuot;
niht durch vorhte noch durch sêgen,
wan durch rehten, staeten muot.

Sô sprich ich: Sælde ist niht gewalt,
noch rîchiu burg noch starker arm;
sî wirt in herzen wol gestalt,
daz triuwe wachet still und varm.

Swaz zît uns nimet, daz nimt si balde;
doch triuwe stêt, ob werlt ouch valde.