Kali Zabelin ist Prinz von Mkalvania – und doch nur selten im Schloss anzutreffen. Als Sohn des Hohen Stewards trägt er Verantwortung für das, was ihm wichtig ist. Zugleich liebt er die Natur, die freie Bewegung und jene Augenblicke, in denen nur der Wind und der Flügelschlag eines Falken den Takt vorgeben.
Kali Zabelin, Prinz auf Mkalvania und Sohn des Hohen Stewards, liebt seine Freiheit. Er findet sie vor allem außerhalb der Schlossmauern: in der Natur, auf Wegen und an Orten, an denen sich seine Verpflichtungen mit seiner eigenen Neugier verbinden lassen.
Seiner Stellung entzieht er sich dennoch nicht. Für alles, was ihm wichtig ist, übernimmt Kali Verantwortung, und auch den Aufgaben, die seine Herkunft und sein Rang mit sich bringen, wird er gerecht. Nur ist es nicht immer einfach, ihn anzutreffen. Viele seiner Verpflichtungen führen ihn in die Welt und in die freie Natur.
Zwischen Schloss und Wildnis
Wer Kali begegnen möchte, muss häufig dorthin gehen, wo die Wege aus dem befestigten Bereich hinausführen. In der freien Natur wirkt der Prinz nicht weniger verantwortlich, aber sichtlich gelöster. Er kennt die Pflichten des Schlosses und nimmt sie ernst; zugleich weiß er, dass ein Leben allein zwischen Mauern seine eigene Art von Armut wäre.
Die Falknerei verbindet für ihn beides: Sie verlangt Geduld, Wissen und Disziplin, schenkt aber auch Unabhängigkeit. Ein Falke lässt sich nicht wie ein Gegenstand besitzen. Wer mit ihm arbeitet, muss Vertrauen aufbauen, Grenzen achten und akzeptieren, dass ein Wildtier seinen eigenen Willen behält.
Ein Gespräch über die Falknerei
Bei einem Aufenthalt in der freien Natur ergab sich die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Prinz Kali. Auf seiner Hand saß ein großer Vogel, der sich immer wieder in die Lüfte erhob und dennoch zu ihm zurückkehrte.
MG: Prinz Kali – danke für Eure Zeit. Ich sehe, dass Ihr einen großen Vogel auf Eurer Hand tragt. Was ist das für ein Tier – und ist es gefährlich?
Kali Zabelin: Das ist ein Falke, genauer ein Saker-Weib. Bei den Sakerfalken heißt das Weibchen „Weib“, und das Männchen „Sakret“.
MG: Ein Falke – aha. Wie ich sehe, fliegt er gerne davon, kehrt aber immer wieder zu Euch zurück. Habt Ihr ihn dressiert?
Kali Zabelin: Dressiert? … Jein.
MG: Jein?
Kali Zabelin: In der Falknerei dressieren wir die Vögel nicht. Es sind ja Wildtiere. Aber wir gewöhnen sie an den Menschen. Und das nennt man „Locke machen“.
MG: Ist er – Verzeihung, „sie“ – an Euch gewöhnt, weil Ihr sie füttert? Oder kann sich auch eine, nun, Beziehung zwischen Mensch und Falke entwickeln?
Kali Zabelin: Zum einen ist es das Füttern, ja. Sie weiß, dass sie bei mir Futter bekommt, ohne sich groß anzustrengen. Vor allem in der Zeit, in der man nicht auf die Jagd geht.
MG: Wie seid Ihr zu dieser – ich nenne es einmal – „Passion“ gekommen?
Kali Zabelin: Wenn man zur Jagd geht, bekommen die Vögel weniger Futter, sodass sie hungrig sind und jagen wollen. Und eine Beziehung baut sich natürlich auch zwischen Vogel und Mensch auf.
MG: Ja – das verstehe ich.
Kali Zabelin: Wie ich zu dieser Passion gekommen bin? Nun … Ich habe auf einem Markt einmal einen Falkner getroffen. Mit dem habe ich längere Zeit geredet und immer auf seinen Falken auf der Faust geschaut. Nach einiger Zeit fragte er mich, ob ich den Falken auf die Faust nehmen möchte. Ja, und da ist dann der Funke gesprungen.
MG: Nimmt diese Arbeit nicht sehr viel Zeit ein? Und wie steht es mit Euren hochherrschaftlichen Aufgaben im Schloss?
Kali Zabelin: Nun ja … Die Falknerei nimmt sehr viel Zeit ein und ist daher meist dem Adel zuteil. Ein einfacher Bauer kann es sich ja nicht leisten, nur den halben Tag auf den Feldern zu arbeiten.
MG: Was sagt Euer Vater zu Eurer „Passion“, wenn ich mir die Frage erlauben darf?
Kali Zabelin: Meinem Vater gefällt es, dass ich mit den Falken arbeite.
MG: Und Ihr habt Zeit für Eure Aufgaben, die einem Prinzen obliegen?
Kali Zabelin: Ich habe im Schloss noch nicht so viele Aufgaben. Da ist es gut, wenn ich beschäftigt bin und keinen Unsinn anstelle. (lacht)
MG: Mit allem Respekt kann ich mir nicht vorstellen, dass Prinz Kali Unsinn anstellt. Auf jeden Fall danke ich Euch für diese sehr interessanten Einblicke, Prinz Kali.
Der Prinz mit dem freien Blick
Kali Zabelin steht für eine Form von Adel, die sich nicht in steifer Förmlichkeit erschöpft. Er kennt seine Verantwortung, ohne die Freiheit aus dem Blick zu verlieren. Vielleicht ist es genau diese Verbindung, die ihn immer wieder hinaus in die Natur zieht – dorthin, wo ein Falke aufsteigt, kreist und aus eigenem Willen zurückkehrt.